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Tsch'en Shih-yin-Landhaus

Taiwan · Kreis Kinmen · 金城鎮 · Historische Stätten

陳詩吟洋樓
資料來源:交通部觀光署(GODL)

Bildquelle: Taiwan_Opendata; Lizenzangaben wie angegeben.

Überblick

Das Tsch'en-Shih-yin-Landhaus ist ein historisches Herrenhaus im südlichen Minnan- und westlichen Stil, das die Geschichte der Überseechinesen auf Kinmen sowie die Erfolgsgeschichte eines Auswanderers nach Südostasien bezeugt. Der aus Gaokeng in Kinmen stammende Tsch'en Shih-yin wurde im Ausland mit Handel in Singapur und Indonesien wohlhabend und ließ das Gebäude um 1932 mit einem Aufwand von 30.000 Silberdollar errichten. Seit 2006 steht es unter dem Schutz als denkmalgeschütztes Kulturgut des Landkreises.

Highlights

Das Tsch'en-Shih-yin-Landhaus ist ein denkmalgeschütztes Gebäude des Landkreises, das eine Mischung aus chinesischen und westlichen Stilelementen vereint und die Geschichte der Überseechinesen in Kinmen sowie die Legende eines im Ausland reich gewordenen Rückkehrers widerspiegelt. Es wurde vom aus Gaokeng stammenden Tsch'en Shih-yin, der in Singapur und Indonesien Geschäfte betrieb und zu Wohlstand kam, mit einem Aufwand von 30.000 Silberdollar errichtet. Das Gebäude ist in der typischen Form eines „Aus-Gui-Landhauses“ angelegt, die Wände bestehen aus Ziegelmauerwerk und behauenem Stein, das Dach ist als Satteldach mit Pfetten ausgeführt, und die Außenansicht verbindet westliche Fassadenelemente, farbige Dekorfliesen und traditionelle Minnan-Verzierungen zu einem sehr sorgfältig ausgearbeiteten Gesamtbild. In Kriegs- und Militärverwaltungszeiten diente das Landhaus nacheinander als Unterkunft für militärische und administrative Stellen sowie als Lehrerwohnheim der Kinmen Senior High School; heute wird es aufgrund seines architektonischen und historischen Wertes als geschütztes Denkmal bewahrt.

Sehenswertes

1. Hauptfassade und Aus-Gui-Grundriss: Die Hauptfassade des Tsch'en-Shih-yin-Landhauses folgt dem traditionellen „Aus-Gui-Landhaus“-Grundriss mit zwei hintereinanderliegenden Baukörpern und zwei Geschossen, was dem Gebäude eine eindrucksvolle Präsenz verleiht. Es ist ein idealer Ort zum Fotografieren und um die Proportionen der Kinmen-Landhäuser unmittelbar wahrzunehmen. Die Außenansicht verbindet westliche Giebel, Kapitelle und Minnan-Bauteile und zeigt so die für die Übersee-Dörfer typische Verschmelzung von Ost und West. 2. Glasierte Keramikfliesen und westliche Dekorfliesen: An den Außenwänden der Veranda sind glasierte Keramikfliesen mit Blumen- und Fruchtmotiven angebracht, außerdem finden sich farbenfrohe westliche Zierfliesen. Diese Dekore zählen zu den auffälligsten gestalterischen Merkmalen des Hauses. Besucher können die Muster und Farben aus nächster Nähe betrachten und so den damaligen Sinn des Bauherrn für Geschmack und Mode nachvollziehen. 3. Steinsäulen und Fassadendetails: An den Wandpfeilern des Landhauses finden sich zahlreiche fein gearbeitete Steinornamente; vom Kapitell bis zum Türsturz zeigen sich handwerkliche Details, die das Können traditioneller Steinmetze und den sozialen Rang des Besitzers widerspiegeln. Bei genauerem Hinsehen lassen sich verschiedene glückverheißende Muster und Bedeutungen erkennen, was die Fassade besonders interessant für ruhiges Beobachten und Fotografieren macht. 4. Freiliegende Abflussrohre in Bambussegment-Form: An der Seitenwand ist ein freiliegendes Ton-Abflusssystem in der Form von Bambussegmenten angebracht, das funktional und zugleich dekorativ ist. Solche sichtbaren Entwässerungselemente sind bei den Landhäusern von Kinmen charakteristisch und daher besonders bemerkenswert. 5. Schießscharten und Verteidigungsanlagen: In den Wänden des Gebäudes sind Schießscharten und weitere Verteidigungselemente erhalten, die die strategische Lage Kinmens und die unruhigen Zeiten widerspiegeln. Dadurch erfüllte das Haus nicht nur Wohn-, sondern auch Schutzfunktionen. Reisende, die sich für Militär- und Kriegslandkultur interessieren, sollten gezielt nach diesen Details suchen. 6. Inschriften, Tafeln und Fenstersprüche: Über dem Haupttor steht die Inschrift „投筆三十年追倚頓,造樓百尺讓元龍“, und an den Fenstergittern finden sich die Sprüche „君子慎獨“, „逸情雲上“, „壯思風飛“ und „吉人寡詞“. Diese Formulierungen lassen erkennen, dass der Hausherr umfassend gebildet war und großen Wert auf sittliche Selbstkultivierung legte. Das Lesen dieser Inschriften hilft dabei, die Lebenshaltung des Besitzers vom Dorfschullehrer zum wohlhabenden Überseehändler besser zu verstehen. 7. Verbindung zu nahegelegenen Denkmälern: Das Landhaus liegt im Bereich des Osttors von Houpu in der Stadt Jincheng, direkt gegenüber dem unter Denkmalschutz stehenden „Kui-Pavillon“ und in der Nähe des Hsu-Familien-Landhauses sowie weiterer historischer Bauten. Es ist daher ein unverzichtbarer Halt bei einem Spaziergang durch die Altstadt von Jincheng und die Siedlung Houpu. Die enge Gassenstruktur und die vielen alten Häuser eignen sich hervorragend für eine Route zu mehreren Denkmälern zu Fuß.

Adresse

893, Nummer 44, Zhupu Oststraße, Stadt Jincheng, Landkreis Kinmen Telefon: (08)2328638

Reisetipps

Die angenehmste Reisezeit für einen Besuch des Tsch'en-Shih-yin-Landhauses ist meist der Herbst, Winter und das frühe Frühjahr, wenn das Wetter kühler und klarer ist und sich die Altstadt von Jincheng sowie die verschiedenen Landhäuser gut zu Fuß erkunden lassen. Im Sommer sind Sonne und Temperaturen intensiver; deshalb empfiehlt es sich, die Mittagszeit zu meiden und stattdessen morgens oder am Abend zu kommen, wenn das Licht weicher ist und sich besser fotografieren lässt. Da das Haus im Stadtgebiet von Jincheng und im Bereich Houpu liegt, sind die umliegenden Gassen eng und zahlreich. Zu Fuß in Kombination mit Bus, Taxi, Roller oder Fahrrad ist die Fortbewegung meist einfacher als mit dem eigenen Auto. Wer mit dem Auto anreist, sollte es am besten auf einem öffentlichen Parkplatz in der Nähe von Jincheng abstellen und dann zu Fuß in die Gassen gehen. Für den Besuch empfehlen sich leichte Kleidung und bequeme Schuhe, damit man auf den Steinwegen und in den Gassen gut laufen kann; außerdem sind sie praktischer für Fotos und Besichtigungen. Sinnvoll sind auch Trinkwasser, Sonnenhut oder Regenschutz, um auf das wechselhafte Inselwetter von Kinmen vorbereitet zu sein. Das Tsch'en-Shih-yin-Landhaus war lange Zeit Lehrerwohnheim und ist teils renovierungsbedürftig gewesen; einige Bereiche können weiterhin unter Wartung oder Zugangsbeschränkungen stehen. Der aktuelle Zugangsstatus und mögliche Führungen richten sich nach den offiziellen Bekanntmachungen des Kulturamts des Landkreises Kinmen und der Tourismusbehörde Kinmen. Es wird empfohlen, vorab die neuesten Informationen zu prüfen und erst dann die Route zu planen. Ein Besuch lässt sich gut mit dem Kui-Pavillon, dem Hsu-Familien-Landhaus und der Altstadt von Jincheng kombinieren, um eine halbtägige bis ganztägige Kulturroute durch Jincheng zu gestalten. Wer sich besonders für Landhausarchitektur und die Kultur der Überseechinesen interessiert, sollte genügend Zeit einplanen, um die architektonischen Details in Ruhe zu betrachten und fotografisch festzuhalten.

Essen in der Nähe

Das Tsch'en-Shih-yin-Landhaus liegt im Stadtgebiet von Houpu in Jincheng und ist zu Fuß von der Altstadt von Jincheng und den umliegenden Einkaufsstraßen aus erreichbar. In der Nähe gibt es zahlreiche lokale Imbissstände sowie Teehäuser und Cafés, die sich gut eignen, um die Küche von Kinmen zu probieren. Reisende können vor oder nach dem Besuch des Landhauses und der umliegenden Denkmäler in benachbarten Nudelrestaurants, an traditionellen Imbissständen oder in Kaffee- und Teehäusern essen und eine Pause einlegen, um die entspannte Atmosphäre der Altstadt zu erleben. Konkrete Lokale und Spezialitäten sollten je nach aktueller Geschäftslage und persönlichem Geschmack vor Ort gesucht oder im Voraus überprüft werden.

Häufige Fragen

Q:Wo liegt das Tsch'en-Shih-yin-Landhaus und wie kommt man dorthin? A:Das Tsch'en-Shih-yin-Landhaus befindet sich in den Gassen des Stadtgebiets von Houpu in Jincheng, Landkreis Kinmen, in der Nähe des Kui-Pavillons und der Altstadt von Jincheng, und ist daher gut erreichbar. Vom Flughafen Kinmen oder vom Hafen aus kann man mit Bus, Taxi oder dem eigenen Fahrzeug nach Jincheng fahren und dann zu Fuß oder mit Roller beziehungsweise Fahrrad in die Gassen gelangen. Wer mit dem Auto anreist, sollte es am besten auf einem Parkplatz in der Umgebung von Jincheng abstellen und den Rest zu Fuß zurücklegen. Q:Welche architektonischen Merkmale des Tsch'en-Shih-yin-Landhauses sind besonders sehenswert? A:Das wichtigste Merkmal des Tsch'en-Shih-yin-Landhauses ist sein Aus-Gui-Grundriss sowie der Stil mit chinesischen und westlichen Elementen, darunter glasierte Blumen- und Fruchtfliesen, westliche Zierfliesen, feine Steinmetzarbeiten und freiliegende Abflussrohre in Bambussegment-Form. Schießscharten und Verteidigungselemente in den Wänden spiegeln zudem den militärischen Hintergrund Kinmens wider. Es ist ein seltenes Beispiel für das Zusammenspiel von Überseechinesen-Architektur und Militärkultur und eignet sich besonders für Besucher, die Fotografie und Baukunst schätzen. Q:Wie lange dauert ein Besuch des Tsch'en-Shih-yin-Landhauses ungefähr, und mit welchen Sehenswürdigkeiten lässt es sich kombinieren? A:Die meisten Besucher verbringen etwa 30 Minuten mit der Besichtigung der Außenansicht und der Umgebung des Tsch'en-Shih-yin-Landhauses; wer die Details genauer betrachten und fotografieren möchte, sollte mehr Zeit einplanen. Da das Landhaus im Bereich Houpu von Jincheng liegt, empfiehlt es sich, es mit dem Kui-Pavillon, dem Hsu-Familien-Landhaus und der Altstadt von Jincheng zu verbinden und als Spazierroute durch die Kultur zusammenzustellen. So lassen sich Landhausatmosphäre, traditionelle Minnan-Architektur und das Leben in der Altstadt zugleich erleben. Q:Was ist der historische Hintergrund des Tsch'en-Shih-yin-Landhauses? A:Das Tsch'en-Shih-yin-Landhaus wurde von dem aus Gaokeng stammenden Kinmener Tsch'en Shih-yin erbaut, der nach seiner Auswanderung nach Singapur und Indonesien im Handel reich geworden war und um 1932 herum 30.000 Silberdollar in den Bau investierte; 2006 wurde es als Denkmal des Landkreises ausgewiesen. Tsch'en Shih-yin war ursprünglich Dorfschullehrer, ging 1903 nach Südostasien und wurde dort wohlhabend, starb jedoch vor der Fertigstellung des Hauses. Später wurde das Gebäude in Kriegs- und Militärverwaltungszeiten von militärischen und administrativen Stellen sowie als Lehrerwohnheim der Kinmen Senior High School genutzt und bezeugt mehrere historische Ebenen der Überseechinesen-Kultur, der Kriegszeit und der Bildungsentwicklung auf Kinmen.

Karte

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Dieses Gebäude ist der Ahnen- und ehemalige Wohnsitz der Familie Qiu Lianggong und befindet sich im mittleren Abschnitt der Wujiang-Straße in der Stadt Jincheng. Im Haus ist noch ein quadratischer Bronzespiegel erhalten; außerdem gibt es zwei mit Drachenreliefs verzierte Steintafeln mit kaiserlichem Edikt, jeweils 61 Zentimeter hoch und 85 Zentimeter breit. Die beiden Schriftzeichen für „kaiserliches Edikt“ messen auf jeder Tafel etwa zwölf Zentimeter im Quadrat. Überliefert wird, dass Lianggong nach seiner Ernennung in den Adelsstand sei; als der Kaiser von seinem schlichten Haus hörte, ließ er ein Adelsresidenzgebäude errichten und schenkte zwei solche Steintafeln, die ursprünglich vor dem Haupttor der Residenz als Torrahmen aufgestellt werden sollten. Das Gebäude folgt dem traditionellen Aufbau einer Einzelhofanlage mit vier Anbauten, linker Auskragung und Mauerumfassung.