Cide-Tempel
Taiwan · Kreis Kinmen · 金沙鎮 · Historische Stätten
Bildquelle: Taiwan_Opendata; Lizenzangaben wie angegeben.
Überblick
Der Cide-Tempel ist ein Tempel, in dem der „Muster der Tugend“ Huang Wei verehrt wird. Seine besonderen Handwerkskünste zeigen sich in der Töpferei im Jiaozi-Stil, in Schnittkeramikarbeiten und in Steinmetzarbeiten.
Highlights
Der Cide-Tempel ist ein als Denkmal des Landkreises eingestellter Tempel, der dem Ming-Gelehrten Huang Wei, dem „Muster der Tugend“, gewidmet ist. Er ist auf ganz Kinmen für seine feine Jiaozi-Keramik, Schnittkeramik und Steinmetzkunst bekannt. Der Tempel folgt der traditionellen Minnan-Bauweise; von außen wirkt er schlicht, doch an den Drachen- und Tigerwänden, den Spiegelfeldern und den Gegenblickfeldern zeigt sich eine hochentwickelte Kunst der traditionellen Ornamentik. Er ist ein wichtiger Ort, um die Tempelkunst Kinmens und die lokale Ahnen- und Clanverehrung kennenzulernen.
Sehenswertes
1. Hauptgottheit und Tempelgeschichte Im Cide-Tempel wird Huang Wei verehrt, der als „Muster der Tugend“ gilt und zu den wichtigen Ahnen der Familie Huang auf Kinmen zählt; auch die lokale Bevölkerung begegnet ihm mit großer Ehrfurcht. Der Tempel wurde in der Qing-Zeit während der Guangxu-Ära gegründet und ist als Denkmal des Landkreises Kinmen eingestuft; er steht für den Glauben an Tugend, Dankbarkeit gegenüber den Ahnen und das historische Gedächtnis der Region. 2. Jiaozi-Keramik an der „Drachen- und Tigerwand“ Die Drachen- und Tigerwände an beiden Seiten des vorderen Durchgangspavillons sind die markantesten Jiaozi-Keramikwerke des gesamten Tempels; auf der einen Seite kämpfen zwei Drachen um die Perle, auf der anderen steigt ein Tiger vom Berg herab, mit eindrucksvoller Komposition und leuchtenden Farben. Drachen und Tiger erscheinen oft paarweise; sie stehen für „Möge der Sohn zum Drachen werden“ und „Ein Tiger-Vater zeugt keinen Hundesohn“ und verbinden Glücksverheißung mit erzieherischer Bedeutung. 3. Jiaozi-Keramik an Spiegelfeldern und Gegenblickfeldern Die Wandflächen der Vorderhalle mit Spiegelfeldern und Gegenblickfeldern bilden zusammen sechs große Jiaozi-Keramiktafeln, auf denen Figuren und glücksverheißende Tiere lebendig dargestellt sind. Häufige Motive sind Qilin, Phönix, der mit dem Ball spielende Löwe, Vasen, Pfingstrosen und Kiefern; die glasierte Keramikplastik zeigt dabei große handwerkliche Feinheit. 4. Geschichtenbilder an Wasserwagenfeldern und Korridorwänden Die Jiaozi-Keramik auf den Wasserwagenfeldern der Vorderhalle greift oft Opern-, historische oder legendenhafte Themen auf, etwa Geschichten über Loyalität, Pietät und Rechtschaffenheit, und erfüllt damit auch eine erzieherische Funktion. An den Korridorwänden finden sich Motive wie der Gelehrte mit dem Zitherkoffer und der Fischer, die Bilder eines zurückgezogenen, gelassenen Literatenlebens schaffen und dem Raum zusätzliche Lebendigkeit verleihen. 5. Schnittkeramikdekoration: Drachenornamente und Firstziegel Die Drachenornamente am Firstbauch und auf der Firstspitze des Tempeldachs sind in Schnittkeramiktechnik gefertigt; farbige Porzellanscherben werden zu wirbelnden Drachenkörpern und Glücksmustern zusammengesetzt. Auf den Berg-Rückenfirsten sind Doppel-Drachen, zwei azurblaue Drachen oder Doppel-Drachen, die einer Pagode huldigen, zu sehen; ihre reichen Farben fallen schon von weitem ins Auge. 6. Details der Steinmetzkunst Perlen an den Säulen vor dem Tempel, der Eingang, die Sockel der Wände, die Basen der Steinsäulen und andere Elemente sind mit feiner Steinmetzkunst ausgeführt; die Motive umfassen Lotusblumen, Kiefern, Doppelkraniche, Lingzhi-Pilze, Hirsche, Elstern und die Acht Pferde. Einige Steinreliefs zeigen auch Figuren, Pavillons und Opernszenen; die sorgfältige Arbeit verdeutlicht die solide Tradition der Steinbearbeitung. 7. Holzschnitzerei und Bemalung Im Inneren sind an Balken, Hängestützen und Eckverbindungen ursprüngliche Holzschnitzereien und Bemalungen erhalten, mit strenger Komposition und reicher Schichtung. Die Malereien zeigen vor allem Blumen, Vögel, Landschaften und erzählerische Szenen; zusammen mit Jiaozi-Keramik, Schnittkeramik und Steinmetzkunst entsteht eine geschlossene künstlerische Atmosphäre.
Adresse
890 Landkreis Kinmen, Gemeinde Jinsha, Dorf Wunsha, Hinterer Hafen Nr. 99 Telefon: (08)2318823
Reisetipps
1. Empfohlene Besuchsdauer Für den Besuch des Cide-Tempels sind etwa 30 Minuten bis 1 Stunde sinnvoll. So kann man die Fassade, den Dachfirst und anschließend die Holzschnitzereien und Bemalungen im Inneren in Ruhe betrachten. Wer sich besonders für traditionelle Architektur oder Tempelkunst interessiert, sollte mehr Zeit für Fotos und den Vergleich der verschiedenen Dekorationsformen einplanen. 2. Empfohlene Route Man kann am Tempelvorplatz, an den Drachen- und Tigerwänden sowie an der äußeren Jiaozi-Keramik beginnen und zuerst die Dekorationen an Drachen- und Tigerwand, Spiegelfeldern, Gegenblickfeldern und Wasserwagenfeldern betrachten. Danach lohnt sich ein Blick ins Innere auf die Steinreliefs der Säulen und Sockel, die Holzschnitzereien und Bemalungen; zum Schluss sollte man den Blick zu den Schnittkeramik-Drachen und den Firstformen auf dem Dach heben. 3. Tipps zum Fotografieren und Betrachten Für klare Aufnahmen der Jiaozi-Keramik eignet sich Tageslicht mit weicher Beleuchtung; Gegenlicht sollte vermieden werden, da sonst die Farben verfälscht wirken können. Es lohnt sich, langsam zu gehen und von der Gesamtkomposition bis zu Gesichtsausdrücken, Kleidungsfalten, Tierfell und Pflanzenstrukturen alles genau zu betrachten; dabei gibt es viele Details zu entdecken. 4. Kleidung und Verhalten Vor dem Betreten der Haupthalle sollte man Hut oder Kappe abnehmen und die Lautstärke reduzieren, um den religiösen Raum zu respektieren. Wenn man die Hauptgottheit oder eine Zeremonie fotografieren möchte, sollte man vor Ort auf Hinweise achten oder die lokalen Gläubigen und das Personal fragen. 5. Passende Ziele in der Umgebung Der Cide-Tempel liegt im Gebiet von Jinsha auf Kinmen und lässt sich gut mit alten Dorfhäusern, anderen Tempeln und militärhistorischen Sehenswürdigkeiten in derselben Route verbinden. Man kann einen Spaziergang durch traditionelle Siedlungen mit Militärkultur und Naturlandschaften kombinieren, um Kultur und Geschichte an einem Tag zu erleben. 6. Klima und mitzubringende Dinge Auf Kinmen ist die Sonne stark und der Wind oft kräftig; deshalb empfiehlt es sich, Hut, Sonnenschutz und Trinkwasser mitzunehmen. Im Winter kann eine zusätzliche Jacke sinnvoll sein. Da viele Bereiche im Freien aus festen Bodenflächen und Treppen bestehen, sind bequeme Schuhe empfehlenswert, damit man sich auf dem Tempelvorplatz und in der Umgebung gut bewegen kann.
Häufige Fragen
Q:Was sieht man im Cide-Tempel am wichtigsten? A:Am sehenswertesten im Cide-Tempel sind die drei traditionellen Hauptkünste: Jiaozi-Keramik, Schnittkeramik und Steinmetzarbeit. Sie konzentrieren sich an der Drachen- und Tigerwand, den Spiegelfeldern, den Gegenblickfeldern und dem Dachfirst. Besucher können an diesen Details die hohe Entwicklung der Tempelkunst auf Kinmen erkennen und zugleich die Verehrung der Einheimischen für Huang Wei, das „Muster der Tugend“, nachvollziehen. Q:Ist der Cide-Tempel für Kinder geeignet? A:Ja, der Cide-Tempel eignet sich gut für einen Besuch mit Kindern. Eltern können anhand der Jiaozi-Motive von Qilin, Phönix, Löwen sowie Drachen und Tigern die Glückssymbole und Geschichten erklären. Wichtig ist nur, die Kinder daran zu erinnern, im Tempel leise zu sprechen, nicht zu rennen und keine Skulpturen oder Geländer zu erklettern, damit der Besuch sicher und lehrreich bleibt. Q:Worauf sollte man bei den Regeln des Besuchs achten? A:Beim Besuch des Cide-Tempels sind Ruhe, eine niedrige Lautstärke und Respekt gegenüber Gläubigen, die beten oder an Ritualen teilnehmen, die wichtigste Etikette. Vor dem Fotografieren sollte man auf direkte Nahaufnahmen der Hauptgottheit mit Blitz verzichten; wenn unsicher ist, ob Fotografieren erlaubt ist, sollte man das Personal fragen oder die Hinweisschilder beachten. Q:Welche Details sind für Architektur- oder Kunstliebhaber besonders wichtig? A:Für Architektur- oder Kunstliebhaber sind besonders die Jiaozi-Keramik an den Drachen- und Tigerwänden des Durchgangspavillons, die sechs großen Jiaozi-Tafeln an den Spiegelfeldern und Gegenblickfeldern sowie die Glücksornamente aus Stein an Säulenperlen und Wandbasen sehenswert. In Kombination mit den Schnittkeramik-Drachen auf dem Dachfirst und den Holzschnitzereien und Bemalungen im Inneren lässt sich gut erkennen, wie geschickt der traditionelle Minnan-Tempel mit verschiedenen Materialien und Techniken arbeitet.