Ort der ehemaligen Provinzverwaltung Gyeonggi
Südkorea · Seoul · Historische Stätten
Überblick
Die Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts liegen im Bereich der Station Seodaemun in Seoul. Es handelte sich um den ehemaligen Amtssitz der Joseon-Dynastie, der die Verwaltung der gesamten Provinz Gyeonggi leitete und damit dem heutigen Sitz der Provinzregierung Gyeonggi entsprach. Heute wird der ursprüngliche Standort größtenteils von modernen Gebäuden wie dem D Tower und dem Krankenhaus des Koreanischen Roten Kreuzes eingenommen; am Straßenrand stehen nur noch ein Gedenkstein und ein kleines unterirdisches Ausstellungszentrum für die Ausgrabungsstätte, die den Wandel Seouls von der Joseon-Zeit bis in die Moderne anschaulich machen.
Anfahrt
Am bequemsten erreicht man die Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts mit der Linie 5 der U-Bahn Seoul bis zur Station Seodaemun. Von Ausgang 3 oder 4 sind es zu Fuß etwa 1 bis 3 Minuten bis zum Gedenkstein und zum Eingang des Ausstellungszentrums im Untergeschoss des D Tower.
Highlights
Die Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts waren der Sitz der höchsten Verwaltungsbehörde, die in der Joseon-Zeit die Provinz Gyeonggi verwaltete, und entsprechen dem früheren Standort der heutigen Provinzregierung Gyeonggi. Sie bezeugen die Entwicklung der städtischen und regionalen Verwaltung in Seoul und Gyeonggi seit dem 15. Jahrhundert. Seit 1460 befand sich hier das Gyeonggi-Regierungsamt, und bis zur Verlegung der Provinzregierung nach Suwon im Jahr 1896 war dies das politische und administrative Zentrum von Gyeonggi. Heute erinnert nur noch ein markierter Gedenkstein an der Oberfläche an den ehemaligen Standort; unter der Erde bewahrt ein kleines Ausstellungszentrum Teile der ausgegrabenen Überreste, sodass Besucher zwischen Geschäftsgebäuden und Krankenhaus die Schichtung der Geschichte erleben können. Da dieser Ort auch eine Hinrichtungsstätte für katholische Märtyrer wie Jo Young-sam (Petrus) war, gilt er zudem als einer der verborgenen heiligen Orte auf dem katholischen Pilgerweg in Seoul und besitzt sowohl religiöse als auch historische Bedeutung.
Sehenswertes
1. Gedenkstein der Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts: In der Nähe von Ausgang 4 der U-Bahn-Station Seodaemun der Linie 5, auf dem Gehweg vor dem Haupteingang des Krankenhauses des Koreanischen Roten Kreuzes in Seoul, steht ein Gedenkstein mit der Aufschrift, dass sich hier einst das ehemalige Gyeonggi-Regierungsamt befand. Er erinnert Passanten daran, dass dieser Ort früher das Verwaltungszentrum der Provinz Gyeonggi war. 2. Ausstellungszentrum für die Ruinen des Gyeonggi-Regierungsamts im Untergeschoss des D Tower: Neben Ausgang 3 der Station Seodaemun führt man über die Rolltreppe am Eingang des D Tower in die Untergeschossebene; alternativ ist der Zugang auch direkt über den U-Bahn-Untergrundgang möglich. Dort sind Teile der bei der Ausgrabung erhaltenen Fundamente, Gräben und weitere Strukturen zu sehen, ergänzt durch kurze Erläuterungstexte und alte Karten. Ein Besuch dauert etwa 5 bis 10 Minuten. 3. Bereich der freigelegten Überreste und Erklärungstafeln: Das Ausstellungszentrum umgibt die Überreste mit Glas und niedrigen Geländern; darunter sind Erdschichten und steinerne Strukturen erkennbar. Darüber informieren Bild- und Texttafeln über die Funktion des Gyeonggi-Regierungsamts in der Joseon-Zeit, die Bauanlage und ihre historische Entwicklung. Der Ort eignet sich gut als Einstieg in die Verwaltungsräume außerhalb der alten Stadtmauer von Seoul. 4. Verbindung zu historischen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung: Von den Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts aus erreicht man zu Fuß das Dorfmuseum Donui-mun, das Unabhängigkeits-Tor und das Historische Museum des Seodaemun-Gefängnisses. So lässt sich eine historische Spazierroute gestalten, die von der Joseon-Zeit über die japanische Kolonialzeit bis ins moderne Seoul führt.
Öffnungszeiten & Eintritt
Die Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts liegen im offenen Straßenraum und können jederzeit kostenlos von außen betrachtet werden; es gibt keine Eintrittsgebühr für den Gedenkstein und die Umgebung. Das Ausstellungszentrum für die Ruinen im Untergeschoss des D Tower ist laut den Informationen vor Ort ganzjährig geöffnet und kostenlos zugänglich. Da der Betrieb jedoch von der Gebäudenutzung abhängen kann, sollte man die aktuellen Aushänge vor Ort beachten.
Adresse
Bereich Pyeong-dong, Bezirk Jongno, Seoul, Republik Korea (Umgebung der Ausgänge 3 und 4 der U-Bahn-Station Seodaemun der Linie 5, in der Nähe des Krankenhauses des Koreanischen Roten Kreuzes und des D Tower Donuimun)
Reisetipps
Ein Besuch der Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts eignet sich am besten als kurzer Halt auf einem „historischen Spaziergang durch Seodaemun“, zusammen mit dem nahe gelegenen Dorfmuseum Donui-mun, dem Historischen Museum des Seodaemun-Gefängnisses und dem Unabhängigkeits-Tor. Für eine Route durch mehrere bedeutende historische Orte in Seoul reicht meist ein halber Tag. Das Ausstellungszentrum ist klein und die Informationen sind eher text- und bildorientiert; es eignet sich besonders für Reisende, die sich für die Verwaltungsstruktur der Joseon-Zeit oder die Geschichte Seouls interessieren. Wer vor allem Fotos machen möchte, kommt mit dem Gedenkstein am Straßenrand und der Außenansicht des D Tower bereits auf seine Kosten. Da im D Tower und in den umliegenden Krankenhäusern und Bürogebäuden werktags viel Betrieb herrscht, empfiehlt sich für ruhigere Fotos ein Besuch am Wochenende oder außerhalb der Stoßzeiten unter der Woche. Im Winter weht draußen oft starker Wind; beim Fotografieren am Gedenkstein sollte man sich warm anziehen. In diesem Bereich kreuzen sich Fahrbahnen und Gehwege, daher sollte man beim Überqueren der Straße für Aufnahmen von Gebäuden oder dem Gedenkstein unbedingt die Ampeln beachten und auch auf Ein- und Ausfahrten von Krankenwagen achten.
Essen in der Nähe
Die Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts liegen in einem Geschäfts- und Medizinviertel rund um die Station Seodaemun. Im D Tower und in der Untergrundpassage der Station gibt es mehrere Kaffeeketten sowie Schnellrestaurants mit einfachen Gerichten, Nudeln und koreanischen Menüs, sodass man vor oder nach dem Besuch bequem essen oder sich ausruhen kann. Richtung Rathaus und Gwanghwamun gelangt man nach gut zehn Minuten zu Fuß in ein belebteres Viertel mit einer großen Auswahl an koreanischem Grill, traditioneller koreanischer Küche und modernen Bars, wodurch sich die Sehenswürdigkeit gut in einen ganztägigen Innenstadt-Besuch integrieren lässt. Wer zusätzlich das Dorfmuseum Donui-mun und das Historische Museum des Seodaemun-Gefängnisses besucht, findet unterwegs in den Seitenstraßen auch kleine Lokale und ältere Speisehäuser mit eher alltagsnaher Seouler Küche.
Häufige Fragen
Q:Was sieht man bei den Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts hauptsächlich? A:Im Wesentlichen sieht man den Gedenkstein, der den Standort des ehemaligen Amtes markiert, sowie das kleine Ausstellungszentrum im Untergeschoss des D Tower. Anhand der freigelegten Strukturen und der Erklärungstafeln erhält man einen Eindruck von der Geschichte des Verwaltungszentrums der Provinz Gyeonggi in der Joseon-Zeit. Die Ausstellung konzentriert sich vor allem auf Fundamente, Grundrisse der Ruinen, alte Karten und Textinformationen. Sie ist zwar klein, macht aber anschaulich, wie ein historisches Verwaltungsamt in der modernen Stadt erhalten geblieben ist. Q:Braucht man für das Ausstellungszentrum der Ruinen des Gyeonggi-Regierungsamts eine Eintrittskarte? A:Das Ausstellungszentrum ist derzeit kostenlos zugänglich und kann ohne Eintrittskarte besucht werden. Es befindet sich im Untergeschoss des D Tower und gilt als dauerhaft geöffneter Bereich, doch die genauen Öffnungszeiten können sich je nach Gebäudebetrieb ändern. Daher empfiehlt es sich, die Hinweise vor Ort zu prüfen. Q:Wie kommt man von der Station Seodaemun zu den Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts? A:Von Ausgang 3 der U-Bahn-Linie 5 an der Station Seodaemun gelangt man links beim Blumenbeet und in der Nähe des Eingangs des D Tower direkt in den Bereich der ehemaligen Amtsstätte; der Eingang zum Ausstellungszentrum befindet sich im Untergeschoss. Von Ausgang 4 aus geht man in Richtung Haupteingang des Krankenhauses des Koreanischen Roten Kreuzes und sieht am Straßenrand den Gedenkstein mit der Kennzeichnung der früheren Amtsstätte. Der Fußweg dauert etwa 1 bis 3 Minuten und ist sehr leicht zu finden. Q:Wie viel Zeit sollte man für einen Besuch dort einplanen? A:Der Besuch dauert meist nur kurz. Wenn man lediglich den Gedenkstein betrachtet und das Ausstellungszentrum zügig durchgeht, reichen etwa 5 bis 10 Minuten. Wer zusätzlich die historischen Erläuterungen liest, Fotos macht und eine Spazierroute zu den Sehenswürdigkeiten in der Umgebung einplant, kann den Besuch auf 1 bis 2 Stunden ausdehnen. Q:Welche Verbindung gibt es zwischen den Ruinen des Gyeonggi-Regierungsamts und dem Katholizismus? A:Die Ruinen des ehemaligen Gyeonggi-Regierungsamts sind eine Station auf dem katholischen Pilgerweg des Erzbistums Seoul, weil hier katholische Gläubige wie Jo Young-sam (Petrus) hingerichtet wurden. Der Ort gilt als einer der „vergessenen Märtyrerorte“, an denen Märtyrer ihren Tod fanden. Obwohl heute nur noch der Gedenkstein und kurze Erläuterungen vor Ort sind, besitzt er für Katholiken und für die Religionsgeschichte eine wichtige symbolische Bedeutung.